Tagesmelodei
Bewusst wahrgenommen habe ich Hannes Wader Ende der 1980er, als mir ein Bekannter die LP Ich hatte mir noch so viel vorgenommen vorspielte. Anfangs waren es besonders die tragikomischen, bis zu zehnminutenlangen Erzähllieder, die mich begeisterten - später auch der Rest. Wie immer, wenn ich etwas aussergewöhnliches für mich entdecke, besorgte ich mir eilig alle bis dahin erschienenen Alben. Dann besuchte ich gelegentlich seine Konzerte. Zu seinem 60. Geburtstag hatte ich das Vergnügen einem besonders raren Ereignis beizuwohnen >>[^o^]
Am 24. August gibts endlich wieder neue eigene Lieder >>[^o^]
Meist fällt mir bei einem Wader-Konzert mindestens ein Song besonders auf, der mir bis dahin auf Platte noch nicht aufgefallen war - so war das z.B. mit Die Mine oder Nach Hamburg, meine heutige Tagesmelodei - direkt aus dem Leben *klickaufsbild*

Am 24. August gibts endlich wieder neue eigene Lieder >>[^o^]
Meist fällt mir bei einem Wader-Konzert mindestens ein Song besonders auf, der mir bis dahin auf Platte noch nicht aufgefallen war - so war das z.B. mit Die Mine oder Nach Hamburg, meine heutige Tagesmelodei - direkt aus dem Leben *klickaufsbild*

plog - Sa, 23. Jun, 00:00
Was wurde
Die ist so kantig wie ihr Verfasser. Eine Auswahl meiner Lieblingsstellen:
In der Vergangenheit sah ich mich gelegentlich dem Vorwurf ausgesetzt, meine proletarische Abkunft dünkelhaft überzubetonen. Ich räume inzwischen ein, daß es auch Vorteile haben kann, privilegierteren Schichten zu entstammen als ich. Dennoch möchte ich auf ein Wort meines Kollegen Rilke verweisen: "Armut ist ein großer Glanz von innen!” (Ein Glanz, der seine größte Intensität in den Augen afrikanischer Kinder im letzten Stadium des Verhungerns erreicht.)
Zurück in das Berlin der Studentenbewegung, der Demonstrationen gegen die Springerpressee, den Schah von Persien, den Krieg der Amerikaner in Vietnam. In meiner ostwestfälischen Schwerfälligkeit begreife ich nur wenig von alldem. Die Berliner Fixigkeit macht mich ohnehin nach und nach fertig. Immer öfter klemme ich mir die Hacken in der U-Bahntür ein, weil ich nicht schnell genug drinnen oder draußen bin. Ich habe ständig das Gefühl, wesentliches zu verpassen.
"Zukunft” ist bis heute für mich eine Dimension von mehr historischem als privatem Interesse geblieben.
Ich bin immer wieder gefragt worden, wie sich die Inhalte meiner Lieder mit dem Besitz einer Windmühle vereinbaren lassen. Die Antwort lautet: Gar nicht.
Auf meinen Parteieintritt reagieren die Medien erneut mit Boykott, diesmal so wirksam und langanhaltend, daß die jetzige Redakteursgeneration mit meinem Namen kaum noch was verbindet. Ich betrachte das als meine Chance, von einer der nächsten Generationen wiederentdeckt zu werden.
Austritt aus der DKP. Die Implosion der kommunistischen Welt, über 12 Jahre meine weltanschauliche Heimat, trifft mich schwer. Meine bis dahin ausgeprägte Leidenschaft, mich politisch zu engagieren, wird vorübergehend gedämpft. Meine sozialistischen Grundüberzeugungen bleiben im Kern unberührt, zumal sich meiner Ansicht nach die Verhältnisse durch die "Wende” nicht verbessert haben.
Tante Edit hat dann gerade noch die drittletzte der auf amazon noch verfügbaren Vinyl-Ausgaben von Nah dran zu fassen bekommen. Das >>5minütige Video lohnt sich jedenfalls anzuschauen!